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20. Wittgensteiner Firmenlauf elektrisiert Bad Berleburg

540 Teilnehmer, 180 Teams, starke Läufe und überraschende Ergebnisse: Der 20. Wittgensteiner Firmenlauf sorgt für sportlichen Spaß.

Bad Berleburg. Sie lacht, als sie im Ziel ankommt und muss dann doch erst einmal kräftig durchatmen. „Ich habe in diesem Jahr gar nicht trainiert und fahre auch weniger als sonst. Ich fahre lieber mit dem Auto, ich bin bequem geworden“, sagt Laura Pott nach der Zieldurchfahrt.

Sie ist in diesem Jahr beim Wittgensteiner Firmenlauf erneut für die Firma BIKAR angetreten und fuhr in ihrem Rollstuhl, das zu einer Art Handfahrrad wurde, ihre eigene Bestzeit von 12:05 Minuten für die gesamten vier Kilometer. „Ich war aber deutlich schneller als das vergangene Mal“, sagt sie lachend.

Firmen zeigen Teamgeist beim 20. Wittgensteiner Lauf

Lachende Gesichter waren beim 20. Wittgensteiner Firmenlauf am Tag vor Fronleichnam keine Ausnahme. Viele Teams, in Summe waren es 180 Mannschaften mit insgesamt über 540 Teilnehmern, hatten diesen Tag bereits herbeigesehnt. Teilnehmerstark war auch in diesem Jahr wieder BIKAR unterwegs, die gleich 28 Mannschaften stellten. EJOT und Obermeier stellten 13, Regupol zwölf, das Evangelische Johanneswerk neun und die Firma Osterrath acht.

ABB Busch-Jäger, das Netzwerk Gesundheit Wittgenstein und die Vitrea-Rehakliniken Bad Berleburg nahmen mit jeweils sechs Mannschaften teil. Je fünf Mannschaften liefen für die Sparkasse Wittgenstein, Berge-Bau und das Ödemzentrum Bad Berleburg mit.

Bürgermeister gehen gemeinsam an den Start

Ebenfalls mit dabei: Die Gemeinde-Vertretungen aus Erndtebrück, Bad Laasphe und Bad Berleburg mit vier Mannschaften. Mit am Start hierbei: Erndtebrücks Bürgermeister Henning Gronau und Berleburgs Bürgermeister Volker Sonneborn.

Letzterer scherzte noch beim Start mit den Organisatoren, unter anderem Christian Sureth vom Stadtsportverband Laasphe, der als laufsportbegeisterter Moderator an diesem Tag fungierte und die Läufer nochmal vor dem Start richtig einheizte.

Nicht mit am Start war allerdings Wittgensteins Lauflegende Werner Stöcker, für den diese vier Kilometer Strecke gemessen an seinem sonstigen Pensum eher ein ruhiger Nachmittagsspaziergang gewesen wären. „Ich will dieses Mal einfach nur zusehen“, sagt Stöcker lächelnd auf die Nachfrage, warum er in diesem Jahr nicht mitlaufe und verwies darauf, dass mit Enkel Keanu ein Läufer aus der Familie parat stünde und den Großvater würdig vertreten werde.

Franziska Espeter reist aus Sizilien für den Firmenlauf an

Wer zudem bei einem solchen Event nicht fehlen darf, das sind die Schwestern Maria und Franziska Espeter. Manch einer rieb sich dennoch verwundert die Augen, denn dass Franzi Espeter in Berleburg war, war keine Selbstverständlichkeit: Vor wenigen Monaten war sie mit ihrem Partner nach Sizilien ausgewandert, um dort Sportcamps anzubieten.

Dass sie dann doch, leicht frierend angesichts des Wittgensteiner Juniwetters, in Berleburg stand, konnten einige nicht glauben. „Ich bin gestern angekommen. Der Wittgensteiner Firmenlauf ist für mich doch ein Muss, genau wie Maria“, sagte sie zwinkernd inmitten der Traube ihrer Mitstreiter von Espeter Sport. Für sie und Schwester Maria steht Mitte Juni die Hyrox-Weltmeisterschaft in Stockholm an, auf die sich beide bereits akribisch vorbereiten - die eine in Italien, die andere in Deutschland.

Am Ende sorgten 20 Streckenposten für einen geregelten Ablauf und zwei Wasserstellen versorgten die Läuferinnen und Läufer mit ausreichend Wasser. Der TCW kümmerte sich um Getränke auf dem Marktplatz und das Reservistenteam rund um Richard Rottenfußer sorgte für das leibliche Wohl.

Espetersport dominiert Teamwertung

Als dann der Startschuss fiel, durften zunächst die Männer loslegen. Ins Auge stachen natürlich auch in diesem Jahr wieder zwei Teams: Espetersport und Osterrath, letztere mit Läufer Timo Böhl im Team, wobei Espetersport mit Malte Scholz, Torben Henrich und Jonathan Espeter mit einer Gesamtzeit von 40:47 Minuten die Teamwertung für sich entschied. Bei den Frauen war es Espeter Sport mit Maria, Franziska und Johlanda Espeter, die in einer Gesamtzeit von 47:20 Minuten den ersten Platz sicherten. Auf Rang zwei folgte die Apotheke am Schloßpark (52:31), auf Rang drei die Spoarkasse Wittgenstein (1:01:09).

Bei der Mannschaftswertung im Walking setze sich die Kur-Apotheke (1:29:21) vor dem Berufskolleg Wittgenstein (1:29:38) und BIKAR (1:29:58) durch.

Böhl und Panek gewinnen – Spaßteams sorgen für Stimmung

In der Einzelwertung der Männer stand Timo Böhl mit der Startnummer eins und einer Zeit von 12:50 Minuten ganz oben im Klassement. Gefolgt von Tim Dally (13:07) und Malte Scholz (13:09). Bei den Frauen holte Marlena Panek mit einer Gesamtzeit von 13:42 Minuten den Erfolg, gefolgt von Maria und Franziska Espeter, die Hand in Hand durchs Ziel gingen (15:03).

Mit dabei auch die zahlreichen „Spaßteams“, die sich dem Tross der Läufer offiziell anschlossen. Nicht nur die Biene Maja war zahlreich vertreten, sondern auch weitere Gruppen, meist aus der Pflege, die munter-spaßig mit Bollerwagen, Poolgarnitur und selbstgebastelten Kostümen die Poststraße hinunterflanierten. So gab es nicht nur lächelnde Gesichter und einen ehrgeizigen Wettkampf, der Spaßfaktor kam beim 20. Wittgensteiner Firmenlauf ebenfalls nicht zu kurz.

Von Nasser Trabulsi und Felix Leyendecker

WESTFALENPOST vom 05.06.2026
Bildquelle: Fotos (5) von Nasser Trabulsi

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